Ratgeber

Adventskalender für Mitarbeiter und Kollegen: Ideen, Kosten und Steuer

Johanna Wiedemeyer Johanna Wiedemeyer · Veröffentlicht

Ein Adventskalender ist eine schöne Art, dem Team im Dezember Danke zu sagen. Er dauert 24 Tage statt einem Abend. Jeden Morgen gibt es einen kleinen Grund, sich auf die Arbeit zu freuen.

Damit er nicht zur Last wird, lohnt sich vorher ein Blick auf drei Fragen. Welche Art Kalender passt? Was kommt hinein? Und was sagt das Finanzamt?

Dieser Ratgeber beantwortet alle drei. Er gilt für Kalender, die die Firma verschenkt, und für Kalender, die sich Kolleginnen und Kollegen gegenseitig machen. Die Steuerregeln sind mit den Gesetzestexten verlinkt.

Kurz gesagt:
  • Bis 50 Euro pro Mitarbeiter und Monat ist ein Sachgeschenk steuerfrei, sofern die Grenze im Dezember nicht schon anderweitig ausgeschöpft ist.
  • Die 60-Euro-Grenze für Aufmerksamkeiten gilt an Weihnachten nicht.
  • Ein digitaler Kalender kostet pro Firma statt pro Kopf und ist für Mitarbeiter kein Sachbezug.
  • Für Kollegen untereinander funktioniert ein gemeinsam gefüllter Kalender am besten.

Drei Arten von Mitarbeiter-Adventskalendern

1. Der gefüllte Kalender zum Anfassen

Der Klassiker: 24 Türchen mit Schokolade, Tee oder kleinen Produkten, gern mit Firmenlogo. Er wirkt hochwertig, kostet aber pro Kopf. Er muss früh bestellt und bei Remote-Teams verschickt werden. Und wer in Teilzeit arbeitet oder im Urlaub ist, öffnet viele Türchen auf einmal.

2. Der digitale Adventskalender

Ein digitaler Adventskalender für Mitarbeiter ist eine Webseite mit 24 Türchen, die sich jeweils an ihrem Tag öffnen. Dahinter stecken Videos, Fotos, Quizfragen, Gutscheine oder Ankündigungen. Alle bekommen denselben Link, egal ob im Büro, im Lager oder im Homeoffice.

Die Kosten fallen einmal pro Firma an, nicht pro Mitarbeiter. Bei uns ist ein einfacher Kalender kostenlos. Premium mit Logo, Firmenfarben, Bildern, Gutscheincodes und Statistik kostet 199 € im Jahr.

3. Die Mischform

Der digitale Kalender bildet den Rahmen, an einzelnen Tagen kommt etwas zum Anfassen dazu. Am Nikolaustag stehen Stiefel mit Mandarinen in der Kaffeeküche. Am letzten Arbeitstag gibt es einen Gutschein. So bleibt der Aufwand klein und die Steuergrenze gut im Blick.

12 Ideen für die Türchen

Die besten Inhalte kosten wenig und kommen aus dem Team selbst:

  • Ein Gruß aus der Geschäftsführung. Ein kurzes Video am 1. Dezember, ehrlich statt Hochglanz.
  • Fotos von früher. Das Team rät, welches Kinderfoto zu wem gehört. Auflösung im nächsten Türchen.
  • Ein Firmenquiz. Seit wann gibt es uns? Wie viele Kaffeetassen trinkt das Team pro Woche?
  • Kolleginnen und Kollegen stellen sich vor. Gerade in größeren oder verteilten Teams lernt man so Leute kennen, mit denen man sonst nie spricht.
  • Der Jahresrückblick. Ein Projekt, ein Erfolg, ein Missgeschick pro Türchen.
  • Ein Rezept aus dem Team. Die Plätzchen von Frau Yilmaz aus der Buchhaltung, mit Foto.
  • Eine Team-Playlist. Jeder wünscht sich einen Song, das Türchen verlinkt die Playlist.
  • Ein Gewinnspiel. Ein Buch, ein Kinogutschein oder ein freier Nachmittag, ausgelost unter allen, die eine Frage beantworten.
  • Eine Spendenabstimmung. Das Team entscheidet, welcher Verein die Weihnachtsspende bekommt.
  • Eine Challenge. "Schreib heute einer Kollegin eine Dankeschön-Nachricht."
  • Die Einladung zur Weihnachtsfeier. Mit Programm, Ort und Anmeldelink.
  • Ein Dank an alle. Am 24. Dezember, gern mit einem Bild vom ganzen Team.

Wer Inhalte zum Anfassen sucht, findet in unseren 13 Ideen für einen Adventskalender ohne Süßigkeiten weitere Anregungen.

Adventskalender für Kollegen

Nicht jeder Kalender muss von der Firma kommen. Unter Kollegen funktioniert eine gemeinsame Variante besonders gut. Jede Person übernimmt ein oder zwei Türchen, und jeden Morgen ist jemand anders dran.

Zum Anfassen heißt das: kleine Päckchen mit Namen und Datum, die in einem Korb in der Kaffeeküche liegen. Digital heißt das: Eine Person legt den Kalender an. Die anderen schicken ihr Gruß, Foto oder Rätsel für ihren Tag. Wie man so einen Link im Gruppenchat teilt, steht in unserer Anleitung Adventskalender per WhatsApp verschicken.

  • Budget absprechen. Bei Päckchen eine Obergrenze von drei bis fünf Euro festlegen, damit sich niemand unter Druck gesetzt fühlt.
  • Freiwillig halten. Wer nicht mitmachen will, muss nicht. Ein digitaler Kalender macht es leicht, Lücken mit Rätseln zu füllen.
  • Wochenenden einplanen. Türchen vom Samstag und Sonntag gibt es am Montag, oder der Kalender läuft nur über die Arbeitstage.

Adventskalender für Mitarbeiter: was steuerlich gilt

Ein Adventskalender ist für das Finanzamt ein Sachgeschenk an Arbeitnehmer. Ob er steuerfrei ist, hängt davon ab, wie viel er wert ist und wie er überreicht wird.

SituationRegelGrenze
Kalender wird im Dezember überreichtSachbezugsfreigrenze (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)50 Euro pro Monat, zusammen mit anderen Sachbezügen wie Tankgutschein oder Jobticket
Kalender wird auf der Weihnachtsfeier überreichtFreibetrag für Betriebsveranstaltungen (§ 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG)110 Euro pro Mitarbeiter und Feier, inklusive Essen und Getränken
Kalender ist teurerPauschalsteuer durch den Arbeitgeber (§ 37b EStG)30 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
Hinter den Türchen stecken GutscheineSachbezug nur bei eingeschränkter Einlösbarkeit (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG)Sonst gelten sie als Geld und sind voll steuerpflichtig
Digitaler Kalender mit Grüßen, Quiz und VideosKein geldwerter VorteilKeine; das Abo ist eine normale Betriebsausgabe

Wichtig: Die 50 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Liegt der Wert aller Sachbezüge im Dezember auch nur einen Cent darüber, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Und die bekannte 60-Euro-Grenze für Aufmerksamkeiten hilft hier nicht: Sie gilt nur für persönliche Anlässe wie Geburtstag oder Hochzeit, Weihnachten zählt nicht dazu.

Gewinne aus einem Gewinnspiel im Kalender sind ebenfalls Sachzuwendungen und zählen mit. Ein Kinogutschein für die Gewinnerin ist also in Ordnung, ein Tablet wird schnell zum Steuerfall. Was bei einem Gewinnspiel sonst noch gilt, steht im Ratgeber Adventskalender-Gewinnspiel.

Und wenn der Kalender an Kunden geht?

Dann gelten andere Regeln: Geschenke an Geschäftspartner sind nur bis 50 Euro netto pro Empfänger und Jahr als Betriebsausgabe abziehbar (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Auch das ist eine Freigrenze. Mehr zum Kalender für Kunden findest du auf unserer Seite zum digitalen Adventskalender für Kunden.

Buchung

Üblich sind diese Konten:

VorgangSKR03SKR04
Sachzuwendung an Mitarbeiter, lohnsteuerfrei41406130
Sachzuwendung an Mitarbeiter, lohnsteuerpflichtig41456060
Geschenk an Geschäftspartner bis 50 Euro46306610
Geschenk an Geschäftspartner über 50 Euro46356620

Dieser Abschnitt gibt einen Überblick (Stand Oktober 2026) und ersetzt keine Steuerberatung. Für deinen konkreten Fall, etwa wenn schon andere Sachbezüge laufen, sprich mit deiner Steuerberatung.

Zeitplan

Wer früh plant, hat im Dezember Ruhe. So sieht ein entspannter Ablauf aus:

  • Bis Ende Oktober: Art des Kalenders festlegen, bei gefüllten Kalendern bestellen. Firmenkalender mit Logo haben oft mehrere Wochen Lieferzeit.
  • Im November: Inhalte sammeln. Beim digitalen Kalender reicht es, wenn die erste Woche fertig ist.
  • Ende November: Link an alle verschicken, per Mail, Teams, Slack oder Intranet.
  • Im Dezember: Restliche Türchen ergänzen, am 24. mit einem Dank abschließen.

Wie Weihnachten im Job sonst gefeiert wird, von der Feier bis zum Geschenk, zeigt unsere Statistik zu Weihnachten im Job.

Häufige Fragen

Ist ein Adventskalender für Mitarbeiter steuerfrei?

Ja, wenn er zusammen mit anderen Sachbezügen im Dezember nicht mehr als 50 Euro wert ist. Das ist die monatliche Sachbezugsfreigrenze. Wird der Kalender auf der Weihnachtsfeier überreicht, zählt er stattdessen zum Freibetrag von 110 Euro pro Mitarbeiter und Feier. Ein digitaler Kalender ohne Geldwert ist kein Sachbezug.

Gilt die 60-Euro-Grenze für Aufmerksamkeiten auch an Weihnachten?

Nein. Die 60 Euro gelten nur für persönliche Anlässe wie Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes. Weihnachten ist kein persönlicher Anlass, ein Weihnachtsgeschenk fällt deshalb unter die 50-Euro-Grenze für Sachbezüge.

Wie bucht man einen Adventskalender für Mitarbeiter?

Lohnsteuerfreie Sachzuwendungen laufen üblicherweise über "Freiwillige soziale Aufwendungen, lohnsteuerfrei" (SKR03 4140, SKR04 6130), lohnsteuerpflichtige über das entsprechende lohnsteuerpflichtige Konto (SKR03 4145, SKR04 6060). Ein Software-Abo für einen digitalen Kalender ist eine normale Betriebsausgabe. Die genaue Zuordnung klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.

Was kostet ein Adventskalender für Mitarbeiter?

Ein gefüllter Kalender zum Anfassen kostet je nach Inhalt etwa 20 bis 50 Euro pro Person, dazu kommen Versand und Verpackung. Ein digitaler Kalender kostet pro Firma statt pro Kopf: Bei uns kannst du kostenlos starten, mit Logo, Bildern und Statistik liegt Premium bei 199 € im Jahr, egal wie groß das Team ist.

Was ist ein Adventskalender unter Kollegen?

Ein Kalender, den das Team gemeinsam füllt: Jede Kollegin und jeder Kollege übernimmt ein oder zwei Türchen. Das klappt als Wichtelvariante mit kleinen Päckchen oder digital mit Grüßen, Fotos und Rätseln.

Johanna Wiedemeyer

Über die Autorin

Johanna Wiedemeyer

Johanna Wiedemeyer verantwortet unseren Blog. Sie liebt die Adventszeit seit ihrer Kindheit, backt jedes Jahr viel zu früh die ersten Plätzchen und schreibt hier über alles rund um den Adventskalender.

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