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Was an Weihnachten vortragen? 12 Ideen für den Familienbeitrag

Johanna Wiedemeyer Johanna Wiedemeyer · Veröffentlicht · Aktualisiert

In vielen Familien gehört er fest zu Heiligabend: der Beitrag. Mal heißt er Kulturbeitrag, mal Darbietung, mal einfach "jeder muss was machen". Gemeint ist immer dasselbe.

Bevor es Geschenke gibt, trägt jemand etwas vor. Ein Gedicht, ein Lied, eine kleine Geschichte. Und spätestens Mitte Dezember fragt man sich: Was soll ich dieses Jahr bloß vortragen?

Hier sind zwölf Ideen, von schnell gemacht bis aufwendig, von besinnlich bis albern. Für jedes Alter ist etwas dabei. Am Ende stehen ein paar Tipps, damit der Beitrag gut ankommt.

1. Ein eigenes Weihnachtslied mit euren Namen

Der Beitrag, mit dem keiner rechnet: ein Lied, das nur von eurer Familie handelt. Mit Namen, mit dem Baum, der jedes Jahr zu groß ist, und mit dem Satz, den Tante Gisela an jedem Heiligabend sagt. Früher brauchte man dafür jemanden, der Gitarre spielt und reimen kann. Heute lässt sich ein solches Lied mit KI erstellen: Du schreibst ein paar Stichworte auf, und wenige Minuten später gibt es Liedtext und gesungene Fassung.

Das Schöne daran: Du musst nicht selbst singen. Das Lied läuft vom Handy über den Lautsprecher, und alle hören zu, weil in jeder Strophe jemand aus dem Raum vorkommt. Wer es ausprobieren will, kann bei uns ein eigenes Weihnachtslied erstellen. Den Liedtext siehst du sofort, die Hörprobe kurz danach.

Tipp: Schreib nicht "sie ist lieb", sondern etwas, das nur auf diese Person zutrifft. Konkrete Kleinigkeiten machen den Unterschied zwischen einem netten und einem unvergesslichen Lied.

2. Ein Weihnachtsgedicht vortragen

Der Klassiker, und das zu Recht: Ein Gedicht ist kurz, braucht keine Technik und funktioniert auch, wenn man nervös ist. Gut zum Vortragen eignen sich Gedichte mit klarem Rhythmus.

Zwei Beispiele: "Advent" von Rainer Maria Rilke ("Es treibt der Wind im Winterwalde die Flockenherde wie ein Hirt") und "Weihnachten" von Joseph von Eichendorff ("Markt und Straßen stehn verlassen"). Beide sind kurz genug, um sie auswendig zu lernen. Für Kinder passt "Knecht Ruprecht" von Theodor Storm, das sich gut mit verteilten Rollen sprechen lässt.

Wer lieber für Lacher sorgt, greift zu Loriots "Advent". Das ist allerdings eher etwas für die Erwachsenenrunde, denn der Förster kommt darin nicht gut weg.

3. Ein bekanntes Weihnachtslied umdichten

Melodie bekannt, Text neu: "O Tannenbaum" wird zur Hymne auf den Baum, der dieses Jahr fast umgefallen wäre, "Last Christmas" erzählt vom verlorenen Wichtelgeschenk.

Alte Volkslieder wie "O Tannenbaum", "Alle Jahre wieder" oder "Morgen, Kinder, wird's was geben" sind gemeinfrei. Die darf man nach Herzenslust umdichten. Druck den Text für alle aus, dann singt die ganze Familie mit.

4. Eine Weihnachtsgeschichte vorlesen

Für alle, die nicht gern frei sprechen: Vorlesen geht immer. "Die Heilige Nacht" von Selma Lagerlöf oder ein Kapitel aus "Ein Weihnachtslied" von Charles Dickens dauern nur ein paar Minuten.

Mit Kerze und gedimmtem Licht wird daraus ein ruhiger Moment zwischen Essen und Bescherung. Wer mag, verteilt die Rollen der Geister bei Dickens auf mehrere Stimmen.

5. Ein Jahresrückblick in Reimen

Was ist in diesem Jahr in der Familie passiert? Umzug, neuer Job, das erste Enkelkind, der Urlaub mit dem kaputten Auto. Zu jedem Ereignis zwei Reimzeilen, und fertig ist ein Beitrag, über den noch lange geredet wird. Wer sich mit Reimen schwertut, kann die Stationen auch einfach erzählen und dazu Fotos zeigen.

6. Ein Familienquiz

Zehn Fragen über die eigene Familie: Wer hat als Kind die Weihnachtsgans fallen lassen? Wie hieß der erste Hund? In welchem Jahr gab es keinen Baum? Zwei Teams, ein Zettel pro Team, Plätzchen als Preis. Ein Quiz bringt auch die mit ins Spiel, die sonst lieber zuschauen.

7. Ein kleiner Sketch

Zwei bis drei Personen, ein paar Requisiten aus dem Schrank, fünf Minuten Spielzeit. Ein Dauerbrenner ist die Szene "Bescherung bei uns vor 30 Jahren", in der Kinder die Eltern spielen. Proben muss man das nicht lange, Hänger gehören dazu.

8. Ein Musikstück mit Instrument

Wer ein Instrument spielt, hat es leicht: ein Stück auf Flöte, Klavier oder Gitarre, gern zum Mitsingen. Auch Anfänger dürfen ran. Bei "Stille Nacht" verzeiht jedes Publikum einen falschen Ton.

9. Ein Krippenspiel mit den Kindern

Maria, Josef, ein Engel, zwei Hirten und ein Kuscheltier als Schaf: Mehr braucht ein Krippenspiel im Wohnzimmer nicht. Die Kinder sind stolz, die Großeltern gerührt, und der Text kann frei erfunden sein.

10. Ein Familien-Adventskalender als Rückblick

Kein Vortrag im engeren Sinn, aber ein schöner Beitrag, der schon am 1. Dezember beginnt: Ein digitaler Adventskalender mit 24 Türchen für die Familie, hinter denen alte Fotos, kleine Geschichten und Rätsel stecken. An Heiligabend öffnet man gemeinsam das letzte Türchen.

Wie man so einen Kalender in der Familiengruppe teilt, steht in unserer Anleitung Adventskalender per WhatsApp verschicken. Ideen für Türchen ohne Schokolade findest du in Adventskalender ohne Süßigkeiten.

11. Wünsche für das neue Jahr

Jeder schreibt vorher einen Wunsch für eine andere Person auf einen Zettel. Am Abend werden die Zettel gemischt und vorgelesen, die anderen raten, von wem der Wunsch stammt. Das dauert kaum Vorbereitung und ist oft der Moment, an dem es still wird.

12. Ein Weihnachtsrezept mit Geschichte

Das Plätzchenrezept von Uroma, die Soße, die nur Papa richtig hinbekommt: Erzähl, woher das Rezept kommt, und reich eine Kostprobe herum. Ein Beitrag, der nebenbei dafür sorgt, dass Familienrezepte nicht verloren gehen.

So gelingt der Beitrag

Egal welche Idee du wählst, vier Dinge helfen immer:

  • Kurz halten. Zwei bis fünf Minuten reichen. Lieber einen starken Moment als einen langen.
  • Persönlich werden. Ein Name, eine Erinnerung oder ein Insider wirkt mehr als das schönste fremde Gedicht.
  • Technik vorher testen. Wer Musik oder ein Lied abspielt, prüft vorher, ob der Lautsprecher verbunden ist. Nichts ist zäher als zwei Minuten Bluetooth-Suche.
  • Andere einbinden. Mitsingen, mitraten, mitspielen: Beiträge, bei denen alle etwas tun, bleiben am längsten in Erinnerung.

Welche Lieder an Weihnachten am häufigsten gesungen und gehört werden, zeigt unsere Liste der beliebtesten Weihnachtslieder in Deutschland.

Häufige Fragen

Was kann man an Weihnachten in der Familie vortragen?

Klassisch sind ein Weihnachtsgedicht, ein Lied oder eine vorgelesene Weihnachtsgeschichte. Persönlicher wird es mit einem eigenen Lied über die Familie, einem umgedichteten Weihnachtslied, einem kleinen Sketch oder einem Jahresrückblick in Reimen.

Welches Weihnachtsgedicht eignet sich zum Vortragen?

Kurz und bekannt funktioniert am besten: "Advent" von Rainer Maria Rilke oder "Weihnachten" von Joseph von Eichendorff passen in jede Runde. Für Kinder eignet sich "Knecht Ruprecht" von Theodor Storm, das man gut mit verteilten Rollen sprechen kann.

Wie lang sollte ein Beitrag zur Weihnachtsfeier sein?

Zwei bis fünf Minuten pro Beitrag reichen. Wenn mehrere etwas vortragen, wird es sonst lang, und spätestens beim dritten Gedicht schauen alle auf das Essen.

Was ist ein lustiger Beitrag für die Familienfeier?

Alles, was die Familie selbst auf die Schippe nimmt: ein umgedichtetes Weihnachtslied über die Pannen des Jahres, ein Quiz mit Fragen über die Verwandtschaft oder ein eigenes Lied, in dem der schiefe Baum und Opas Kartoffelsalat vorkommen.

Johanna Wiedemeyer

Über die Autorin

Johanna Wiedemeyer

Johanna Wiedemeyer verantwortet unseren Blog. Sie liebt die Adventszeit seit ihrer Kindheit, backt jedes Jahr viel zu früh die ersten Plätzchen und schreibt hier über alles rund um den Adventskalender.

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